Die wirkliche Ursache des Putsches in Honduras


Der Eintritt Honduras´ in die ALBA (Bolivarianische Allianz der Völker Amerikas) im August 2008 war der wirkliche Grund des Staatsstreichs; wegen der sozialen Fortschritte im Gesundheitsbereich, im Arbeitsrecht und vieles mehr; Fortschritte, die fast der gesamten Bevölkerung von Honduras zugute kamen.

Diese sozialen Fortschritte bedeuteten, daß die politischen und ökonomischen Interessen der nordamerikanischen Multis und der honduranischen Oligarchie ernsthaft bedroht waren: Verlust von Markteinfluß und Millioneninvestitionen, weil der Staat mit seiner fortschrittlichen Regierung die Kontrolle über Ausgaben und Investitionen übernehmen müßte, um der gesamten Bevölkerung zu dienen.

Einer der fundamentalen Gründe des Staatsstreichs war auch, daß Honduras die von nordamerikanischen Pharmakonzernen importierten Medikamente in den Abkommen mit den ALBA-Staaten ersetzt hat durch Einkäufe gleichwertiger und billigerer Medikamente aus Kuba. Dies hätte natürlich Honduras ökonomische Ersparnisse von Millionen Euros gebracht, die es in das Gesundheitswesen, die Bildung oder in die Lebensmittelsouveränität hätte investieren können. Und das sind keine bloßen Vermutungen oder Gründe von geringer Bedeutung. Es genügt, die Aufmerksamkeit auf Guatemala zu richten: Es leidet unter einer schlimmen Nahrungsmittelkrise, der Hunger wächst, mit ihm die Todesfälle – in der Mehrheit Kinder, von denen in vielen Regionen bis zu 50 Prozent an Unterernährung leiden. Die Vereinten Nationen warnen bereits, daß bis zu einer Milliarde Menschen hungern werden…

…oder die Erhöhung des Mindestlohns von 126 Euro auf 202 Euro, die vom Präsidenten Manuel Zelaya im Dezember 2008 verfügt wurde, eine beachtliche Steigerung, die der Arbeiterklasse und den Bauern zugute kam.

…oder die Intervention von Zelaya zur Verteidigung der Textilarbeiterinnen der Freihandelszonen in Honduras, um internationales Arbeitsrecht durchzusetzen, Zonen, wo nordamerikanische und multinationale Konzerne ihre Produkte durch Sklavenarbeit, Niedriglöhne und ohne jegliche Arbeitsrechte herstellen.

Diese Abkommen wurden auch schon in anderen strategischen Sektoren geschlossen, wie z.B. im Bereich der Erdölprodukte mit dem Abkommen zwischen Honduras und Petrocaribe, unterzeichnet auf dem VI. ALBA-Gipfel.

Das sind die fundamentalen Gründe, die die honduranische Oligarchie die Nerven verlieren ließ und Hauptmotiv, das den Staatsstreich provozierte, weil die Abkommen mit der ALBA bereits Früchte trugen und für die zentralamerikanischen Länder hätten beispielhaft sein können.

Die Vorbereitung der Putschisten war die Manipulation der öffentlichen Meinung und die Zensur im Weltmaßstab, um die Militäraktion zu rechtfertigen.

So berichten die meisten Medien nicht über die sozialen Fortschritte unter der Regierung Zelaya, sondern sie säen Zweifel, lenken die Aufmerksamkeit auf andere Sachen, versuchen, Zelayas Ansehen zu schmälern, weil sie behaupten, er wollte sich an der Macht verewigen oder er wollte sich auf den Pfad des Populismus begeben. Ach, wenn es ein anderer Präsident wäre, der sich im Amt verewigen wollte und der treu den neoliberalen Interessen diente, gäbe es diese Debatte in der Presse nicht!

Der Staatsstreich wurde schon Monate vorher von den mächtigen Pharmamultis und dem Lebensmittel- und Industriesektor, allesamt ausdrücklich US-amerikanisch, mit Unterstützung der Hardliner in den USA, den Falken, vorbereitet, welche Obama scheinbar nicht kontrollieren kann, weil er mit seiner Gesundheitsreform, die ebenfalls niemanden dieser großen Multis interessiert, derart zurückgewichen ist….

Der ersonnene Moment war, als die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit am geringsten war, beschäftigt mit anderen wichtigen Sachen. Die Mehrheit der neoliberalen Presse ist Experte im Ablenken der Aufmerksamkeit, im Vergessen der Sachen, die sie publizieren. Das Ziel von dem Ganzen war, die Kraft der Protestbewegungen in Honduras zu schwächen und sie international zu isolieren.

Der Putsch entwickelt sich im Stil der CIA der 70er und 80er Jahre in Lateinamerika; Verhaftung hunderter Personen ohne Grund und ohne Gericht, ohne Kennen des Aufenthaltsortes, ohne gesetzlichen Beistand; Schließung von Sendern, inklusive eines katholischen Senders…; Ermordung von Politikern (mindestens 15 laut Quellen von Menschenrechtsgruppen.)

Aber die Völker haben eine geschichtliche Erinnerung, sie sind nicht so leicht zu manipulieren. Weder Bedrohungen noch Morde bremsen die friedliche Antwort des honduranischen Volkes auf den Putsch; und sie besitzen etwas sehr Wertvolles: die Solidarität der lateinamerikanischen Brüder und den Rest der Völker der Welt.

So hartnäckig, wie der Widerstand ist, betragen die ökonomischen Verluste, die dem Staat durch den Putsch entstanden sind, Millionenhöhe. Viele Länder der Region schließen sich dem internationalen Boykott an, tauschen die honduranischen Produkte, an denen Blut klebt, gegen andere aus. Die Oligarchie befindet sich in einer Sackgasse. Der internationale Druck steigt täglich, und die von ihr erwünschte Lösung ist ein Schritt zurück in den Menschenrechten und der sozialen Gerechtigkeit:

Zelaya kehre zurück, ohne Bedingungen; Honduras trete aus der ALBA aus und löst die Abkommen im Gesundheits- und Erdölbereich auf. Trotz der Tatsache, daß diese Lösung die Multis und den Neoliberalismus am meisten interessiert, die dummen Putschisten akzeptieren sie nicht. Sie können nur verhaften, foltern und morden. Wir stehen nun vor einem fehlgeschlagenen Staatsstreich.

Honduranische Brüder – leistet Widerstand!
Die Solidarität der Völker Amerikas wird die Putschisten aufhalten!
Die Verbrechen gegen die Menschheit werden früher oder später gerächt!



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